Nizza - Susa - Nizza

14 Tage 39.000 hm 1.064 km


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1. Tag: Frankfurt - Nizza - Rocchetta Nervin
76 km, 1.200 hm

Mit Lufthansa geht es raus aus dem regnerischen Frankfurt nach Nizza. In Nizza habe ich das Fahrrad am Flughafen unter Palmen zusammengebaut und den Karton im Parkhaus verstaut. Entlang der Code d'Azur war die Hölle los. Spaziergänger, Inliner, Radfahrer, Autos. Nach ca. 3 Stunden biegt man bei Ventimiglia in die Einöde ab. Nur noch Weinberge, Olivenbäume und dorniges Gestrüpp. Ich fahre noch eine Stunde bis Rocchetta Nervin.


 

2. Tag: Rocchetta Nervin - Limone Piemonte
112 km, 4.063 hm

Da ein ziemlich langer Tag über die alten Alta Via dei Monte Ligurgi anstand, startete ich bereits um 6:30. Es hatte zwar über Nacht geregnet, aber um 7:00 Uhr ging die Sonne über den Bergen auf. Zunächst fuhr ich wieder zwischen Wein, Oliven, Kakteen und Feigen den Berg hoch. Dann folgte ein langer Tag auf Schotterpisten und Wanderwegen immer an der Grenze zu Frankreich entlang. Gegen Mittag hatte ich 2,5 von meinen im Rucksack mitgenommen 5,5 Liter Wasser getrunken. 110 km ohne Brunnen. Da war es ganz angenehm, dass ich nachmittags quasi in den hochliegenden Wolken fuhr. Am Tenda Pass bin ich dann nach Limone ins Tal gefahren. 19:30 bin ich dann in einem Hotel angekommen.



3. Tag: Limone Piemonte - Vinadio
30 km, 2.950 hm

Wieder hatte ich einen sonnigen Tag. Nach einem kleineren Anstieg von 500 hm fuhr ich auf der alten, aber sehr verwitterten Militärpiste hoch zum Passo del Drous hinüber nach Frankfreich in das Gebiet von Isola 2000. Von dort ging es auf der Straße über den Passo Lambarda wieder zurück nach Italien und auf einer alten Militärpiste wieder ins Tal nach Vinadio, wo ich übernachtete.




4. Tag: Vinadio - Marmora
57 km, 2.920 hm

Wieder hat es über Nacht geregnet, glücklicherweise hörte es noch während des Frühstücks auf. Es war wieder ein harter Wandertag, von den kapp 3.000 hm sind die Hälfte zu tragen und schieben. Zunächst über einen alten Weg nach Gias, dann über den Passo della Rocco Bianca durch das Gardetta Gebiet. Es ist wirklich eine atemberaubend schöne Landschaft hier im Piemont. Abends nächtige ich wie schon öfters in Marmora in der Pensione Ceaglio.



5. Tag: Marmora - Sampeyre
64 km, 2.610 hm

Morgens ging es zunächst über die Strada Napoleonica nach Prazzo. Auf diesem alten Karrenweg hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Maira-Tal. Im Tal stand dann der endlos lange Aufstieg zum Monte Chersogno und zur Fonte Nera an. Bis zum Colle di Sameyre ging es weiter auf Wiesentrails. Der ganze Wiesenhang blüht knall bunt, von weiß, gelb, rot und blau bis lila und violett.



6. Tag: Sampeyre - Bobbio Pellice
60 km, 2.650 hm

Die ersten 1.000 Höhenmeter gehen locker auf der Straße voran. Dann ist aber bald wieder wandern angesagt. Hoch zum Colle Losetta auf 2.872 Meter ist viel los, weil man bis zum Parkplatz in 1.800 Meter mit der Auto fahren kann. Diese Wanderer schauten mich teilweise wie einen Außerirdischen an, Radfahrer sind hier wohl eher unüblich.



7. Tag: Bobbio Pellice - Sestrière
76 km, 4.473 hm

Die Königsetappe auf meiner diesjährigen Tour. 76 km mit fast 12% durchschnittlicher Steigung. Wieder fuhr ich durch einsame Gegenden im Piemont. Ein paar der weinigen Wanderer, die ich unterwegs treffe, zückten die Kamera, man muss ja den Radfahrer für zu Hause festhalten.



8. Tag: Sestrière - Bardonecchia
106 km, 2.675 hm

Morgens war es noch sehr kalt und stark bewölkt. Oben auf der "strada dell'assietta", einer alten Militärstraße, ging ein eisiger Wind. Nach fünf Stunden begann die lange Serpentinen-Abfahrt nach Susa. Im Tal wurde es dann endlich warm, schon fast wieder zu heiß. Ich fuhr noch bis Bardonecchia, weiter kam ich nicht mehr. Im Ort frage ich einen Polizisten nach einem Fahrradgeschäft. Da der Weg nur schwer zu beschreiben war, gab er mir Polizeieskorte. Stoppschilder scheinen in Italien dabei auch von der Polizei komplett ignoriert zu werden.


9. Tag: Bardonecchia - Bardonecchia
71 km, 2.530 hm

Die Tour hoch zum Monte Sommeiller war eine Empfehlung in einer Bike-Zeitschrift. Es stieg hoch bis zum höchsten Punkt meiner diesjährigen Tour auf 3.026 Meter. Die Gegend ist schön, die Wege bis oben hin komplett befahrbar. Das ist aber auch der Nachteil. Die Schotterpiste ist nicht gesperrt, und so kommt gelegentlich ein Geländewagen.



 

10. Tag: Bardonecchia - Arvieux
68 km, 3.880 hm

Die Wege waren heute alle Klasse zu fahren. Gegen Abend habe ich noch einen französischen Alphorn Bläser getroffen. Ich fragte ihn, ob er aus der Schweiz komme, er meinte aber, das macht man hier auch. Der Hammer war aber, dass das Horn aus Carbon und ausziehbar war und damit in den Rucksack passt. Ich hatte es mal kurz in der Hand, total leicht, er sagte 1,5 kg, es ist ausgezogen aber 4 Meter lang.





11. Tag: Arvieux - Saint Paul sur Ubaye
51 km, 2.460 hm

Es begann zu regnen. Ich fuhr einen sehr steilen Fahrweg hoch zum Col de Fromage und dann zum Col Girardin. Es regnete ununterbrochen. Nachmittags um 3 Uhr wurde mir langsam kalt und ich suchte eine Unterkunft in Saint Paul sur Ubaye, nahe der Pont du Châtelet.



12. Tag: Saint Paul sur Ubaye - Vinadio
68 km, 2.510 hm

Das Frühstück war sehr klein, zum Glück hatte ich noch eine Banane und ein Joghurt extra mit gebracht, sonst hätte es für einen Radfahrer nicht gereicht. Nach dem Regen gestern schien wieder die Sonne. Als Mountain-Biker ist man in dieser Region wieder Exot. Die französischen Wanderer kommentieren entsprechend mit Fotographieren, oder Worten wie "trés dur" oder "bonne courage". Für das bescheidene Tagespensum brauchte ich bis spät abends, insbesondere weil ich mir auf der ersten Abfahrt gleich noch den Hinterreifen aufschlitze und ich in Vinadio noch einen neuen kaufen und montieren musste.



13. Tag: Vinadio - Le Plan-Du-Var
121 km, 3.710 hm

Das war nochmals ein langer Tag. Ich bin noch bei Dunkelheit gegen 6 Uhr los und zunächst über den Col della Lambada hinüber nach Frankreich gefahren. Auf der Abfahrt hinunter nach Isola und dann weiter das Tinée Tal kommen mir immer mehr Rennradfahrer entgegen. Dann geht es wieder auf die GR 5, den französischen Fernwanderweg. Die Betonung liegt auf "Wanderweg". Die Berge sind steil, die Wege schlecht. Entsprechend oft musste ich schieben. Aber leider gibt es keine anderen Optionen.



14. Tag: Le Plan-Du-Var - NIzza
38 km, 100 hm

Heute Morgen ging es nur noch auf dem Radweg locker nach Nizza. Es rollt ohne Anstrengung die Var hinunter. Am Flughafen vorbei geht es nochmals an die Strandpromenade. Am Flughafen habe ich das Fahrrad wie gewohnt wieder eingepackt und ich flog zurück nach Frankfurt.