Transalp 2009
Von Genf nach Ljubljana

1.379 km und 40.121 Höhenmeter in 15 Tagen.
115 Stunden reine Fahrtzeit durch
Frankreich, die Schweiz, Italien, Österreich und Slowenien.
Start: 19.9.2009 gegen 7:30 Uhr in Genf,
Ende: 3.10.2009 um 10:30 Uhr in Ljubljana

1. Tag: Genf -> Champéry (2570 hm, 115 km)

Das Rad ist ausgepackt, doch der Blick vom Hotelzimmer auf den Flughafen zeigt: Der schweizer Zöllner hatte wohl recht, ich hätte vor 5 Wochen auf Tour gehen sollen, nun ist mit schlechtem Wetter zu rechnen. Pünktlich zum Frühstück gewittert es gewaltig. Ich gehe trotzdem gegen 7:30 Uhr aus dem Hotel und wie durch ein Wunder brauche ich die Regenkleidung nicht auspacken: Das Gewitter hat schlagartig aufgehört.Zunächst geht es durch Genf.

2. Tag: Champéry -> Liddes (2944 hm, 72 km)

Zunächst ist der Weg zum Col de Susanfe bis auf 1500 Meter leicht auf einem Schotterweg zu fahren. Dann ist aber zwischen 1700 und 1800 Meter schieben und alpines Bergklettern angesagt. Die Sicherungsketten für Wanderer helfen dem Biker nur bedingt, da man ja noch eine Hand für das Rad benötigt. Die fünf Stunden tragen und schieben lohnen sich aber, die Aussicht oben ist toll.Über den Champex-Sattel geht es dann nachmittags auf Asphalt.

3. Tag: Champéry -> Champoluc (3.402 hm, 115 km)Links:

Der Weg zum Großen St. Bernhard führt zunächst über die morgens noch wenig befahrene Hauptstraße, am Tunnel führt der Weg dann weiter über die alte Passstraße. In Aosta geht es auf einem Radweg und auf Nebenstaßen flott voran.Der Aufstieg zum Col Portola verläuft zunächst auf einer einsamen Teerstraße, dann stehen wieder 800 hm Schieben an.Abends lande ich im Ski-Ort Champoluc in einem einsamen Hotel. Essen gibt es heute auf dem Zimmer, da die Restaurants geschlossen sind.


4. Tag: Champoluc -> Alagna (2352 hm, 48 km)

Wandertag! Zunächst Tragen und Schieben bis zum Colle di Bettaforka, die Abfahrt verläuft dann zügig auf einem Schotterweg. Leider stehen dann gleich wieder 1.200 hm Tragen und Schieben zum Colle Valdobbia an. Auch der Abstieg ist für mich nur zum Teil fahrbar. In Alagna Valsesia finde ich nach dreimaligem Fragen eine offene Pension und esse in der Bar nebenan "Panini".

5. Tag: Alagna -> Formazza (2656 hm, 103 km)

Wieder Wandertag! Morgens geht es auf den Colle del Turlo. Leider ist der alte Alpini-Weg in einem schlechten Zustand und bergauf weitgehend unfahrbar. Bergab ist der Weg im oberen Teil gut, im bewaldeten Gebiet wird er aber zu einem Wanderweg, auf dem ich schieben muss.
Im Tal geht ist des drückend heiß. An einer Apotheke in Domodossola zeigt das Thermometer 33 Grad an. Hoch nach Formazza wird es dann wieder kühler. Ich übernachte dort in einem Gasthof, in dem auch eine größere Gruppe italienischer Wanderer übernachtet.

6. Tag: Formazza -> Trun (3235 hm, 116 km)

Zunächst geht es über den Passo San Giacomo. Bergab ist leider wieder viel schieben angesagt. Von Ariolo geht es dann über die Gotthard-Passstraße, auf der fast kein Autoverkehr herrscht, bis nach Andermatt in die deutschprachige Schweiz. Über den Oberalppass und die Bike-Route 1 komme ich einfach nach Trun, wo ich übernachte.

7. Tag: Trun -> Langwies (2667 hm, 102 km)

Frühmorgens führt mich eine Nebenstraße bis Chur. Der Aufstieg zum Urdenfürggli ist fast durchgängig fahrbar, aber 2000 hm am Stück sind schon eine Herausforderung. Oben geht es auf einem herrlichen Trail bis zur Hörnlihütte und auf einer Schotterpiste zurück ins Tal bis Langwies.

8. Tag: Langwies -> Santa Maria (2661 hm, 85 km)

Von Langwies führt ein sehr schöner Weg zum Strelapass und flott wieder ins Tal nach Davos Dorf. Über den Flüela-Pass, leider mit viel Autoverkehr, und den ebenfalls stark befahrenen Ofenpass geht es bei Sonnenschein aber kaltem Gegenwind nach Santa Maria. Leider gibt es über den Ofenpass keine vernünftige Alternative, da er durch den Nationalpark läuft und dort Radfahren verboten ist.

9. Tag: Santa Maria -> Martello Hütte(3883 hm, 69 km)

Die Auffahrt auf den Umbrail-Pass und das Stilfser Joch geht locker auf einer Straße mit wenig Autoverkehr. Auch für die Abfahrt vom Stilfser Joch nehme ich die Straße, da die Downhill-Strecke gesperrt wurde.Das Matrisch-Joch ist mit 3.123 Meter der höchste Übergang, den ich jemals mit dem Rad befahren habe. Trotzdem ist sowohl die Auf- als auch die Abfahrt weitgehend ohne Schieben möglich.Der Passo di Forcola soll lt. Unterlagen mit Tragen bergauf von 800 hm und 250 hm bergab verbunden sein. Leider ist der Übergang im Gletschergebiet nicht auszumachen und eine Überquerung der Scharte im lockeren Geröll zu gefährlich. Ich trage das Rad deshalb zurück bis zur Martello-Hütte und übernachte in der Notunterkunft, da die Hütte heute Nacht geschlossen ist.

 

10. Tag: Martello Hütte -> Wolkenstein(2695 hm, 142 km)

Morgens geht es früh zurück ins Tal. Es ist kalt, an der Martello-Hütte hatte es sogar Frost. Im Etschtal wärmt mich die Sonne dann wieder. Auf dem Radweg geht es bis Bozen. Der Anstieg zur Seiser Alm ist leicht, die Abfahrt nach Wolkenstein ebenfalls. Nach dem Notlager letzte Nacht nehme ich heute ein 4-Sterne Hotel und genieße Essen und Unterkunft.

11. Tag: Wolkenstein - Toblach(2736 hm, 91 km)

Nach einem reichlichen Frühstück fahre ich über das Grödner-Joch, Pralongia, Passo Tradega, Fanes Alpe und Passo Forcella Son Forca bis nach Toblach.Die Strecke bin ich schon auf früheren Touren gefahren, sie ist aber immer wieder toll.

12. Tag: Toblach -> Forni Avoltri (2294 hm, 77 km)

Über den Lenkfeldsattel läuft es gut. Ab der Bergstation bis zur Silvaner Hütte ist die Hölle los mit Seilbahn-Touristen. Danach wird es wieder ruhig. Weiter geht es bei immer genialer Aussicht bis zum Kniebergsattel. Im Tal geht es dann noch bis Forni Avoltri. Dort muss ich gegen 16 Uhr den Tag beenden, da es über das Wolayer Joch heute bei Tageslicht nicht mehr zu schaffen wäre.

13. Tag: Forni Avoltri -> St. Stefan (2602 hm, 106 km)

Der Aufstieg über den Wolayer Pass ist hart, der Weg ist oft zwar nicht besonders steil, aber durch den vielen lockerem Schotter nahezu unfahrbar. Oben herrscht leider dichter Nebel, der sich erst auf der Abfahrt lichtet. Auf dem Radweg geht es bis Hermagor. Dort nehme ich noch den Weg über die Engalm, muss dann aber wegen mangelnder Übernachtungsmöglichkeit wieder bis ins Tal abfahren.

14. Tag: St. Stefan -> Bled (2800 hm, 106 km)

Über den Lomsattel, die Freistritzer Alm, die Achomitzer Alm kommt man trotz einiger Schiebestrecken gut voran. Es geht über die Grenze zurück ins italienische Tarvision. Dort wurde eine alte Eisenbahnstrecke zum Radweg umgebaut. Weiter geht es auf einem alten Militärweg hoch ins Dreiländereck Italien-Österreich-Slowenien und dann wieder zurück nach Slowenien. In Slowenien endet mein Tag im Ferienort Bled.

15. Tag: Bled -> Flughafen Ljubljana(624 hm, 57 km)

Von Bled aus geht es auf direktem Weg zum Flughafen. Ich bin um 11 Uhr am dort, packe das Fahrrad ein und fliege zurück.Übrigens: Der schweizer Zöllner hatte bzgl. seiner Wettervorhersage falsch gelegen. Es war die ganze Zeit fast optimales Rad-Wetter. Die Regenkleidung blieb die ganze Tour über unbenutzt im Rucksack!Trotz des Bruchs meines kleinen Fingers hat alles noch gut geklappt. Nur das Tageslicht war auf Grund der späten Reisezeit Ende September / Anfang Oktober jeweils morgens und abends eine ganze Stunde kürzer als im August.