Transalp 2011
Von Lindau nach Turin

1.150 km und 32.000 Höhenmeter in 12 Tagen.

Start: 21.8.2011 in Lindau
Ende: 1.9.2011 in Turin

1. Tag: Lindau - Wirl (1.700 hm, 121 km)

Lindau - Bregenz - Rhein - Oberried - Feldkirch - Bludenz - Schruns - Gaschurn - Zeinisjoch - Wirl

In Lindau geht es nach der Anreise gegen 9:00 Uhr los. Das Wetter ist gut, obwohl der Sommer bislang sehr verregnet war. Zunächst geht es am Bodensee entlang und dann den Rhein zwischen Österreich und der Schweiz hoch. Auf einem Radweg am Rhein passiert es dann. Zusammenstoß mit einem Inline-Skater. Habe eine tiefe Verletzung am rechten Knie. Fahre deshalb ins Krankenhaus nach Feldkirch. Dort bekomme ich vier Klammern um die Wunde zusammenzuhalten. Zusätzlich soll ich eine Schiene bekommen, damit ich mein Knie nicht zu sehr belaste. Da ich aber weiterfahren will, bestehe ich auf einem Verband. Fahre dann noch über Schruns bis nach Wirl.

2. Tag: Wirl - Laudes (2.659 hm, 76 km)

Wirl - Galtür - Ischgl - Heidelberger Hütte - Fimberpass - Sur En - Val d'Uina - Sesvenna Hütte-  Schlinig- Laudes

Über Ischgl geht es auf die Transalp Rennstrecke über den Fimberpass und das Val d' Uina. Treffe viele Mountainbiker. Dabei waren mindestens drei Gruppen mit jeweils 10 Teilnehmern. Es ist extrem heiß. Mein Knie zwickt bei jeder Umdrehung. Ich hoffe aber, dass es in den nächsten Tagen besser wird.

3. Tag:  Laudes - Bormio (3170 hm, 78 km)

Laudes - Glurns - Lichtenberg - Lichtenberscharte - Stilfser Joch - Btta di Forcola - Lago di Cancano - Bormio

Morgens fahre ich als erstes über "La Forcella" bis Trafoi. Außer mir sind noch keine Wanderer oder Biker unterwegs. Bei Trafoi ist ein Lift in Betrieb, deshalb sind viele Freizeitwanderer auf der Strecke. Die Abfahrt auf dem Wanderweg läuft gut. Dann geht es auf der Straße das Stilfser Joch hoch. Auf ca. 1500 Meter Höhe war ein schwerer Unfall. Der Rettungshubschrauber setzt zwei Sanitäter ab und die Strecke ist für zwei Stunden gesperrt. Ich komme zum Glück gerade noch vorbei und bin dann auf einer autofreien Passstraße.

4. Tag: Bormio - Grosio (2.850 hm, 71 km)

Bormio - Rif Zebru - Passo Zebru - Mga dei Forni - Caterina - Pso dell' Alpe - Frontale - Mondadizza - Grosio

Noch im Ort geht es richtig steil den Berg hoch. Dann führen mich aber wunderschöne Trails in Richtung Passo Zebru. Bis auf ca. 2.300 Meter geht es einfach auf einer Schotterpiste. Ich bin alleine, nur zweimal überholt mich ein Wanderer-Transfer. Die letzten Meter bis zum Pass auf 3.005 Meter sind aber dann wieder nur mit tragen und schieben zu meistern. Oben kommt mir einge Gruppe italienischer Mountainbiker entgegen. Ich muss warten bis diese unten sind, da immer wieder Steine den Hang heruntergetreten werden.
Nachmittags geht es dann auf den Passo dell Alpe auf 2.460 Meter. Die Abfahrt nach Grosio macht Spaß. Fast 2.000 Höhenmeter am Stück immer nur nach unten.




5. Tag: Grosio- Cassaccia (3.790 hm, 103 km)

Grosio - Eita - Pso di Verva - Campo - Pso di Val Viola - Rüggiol - Plansena - Passo del Bernina - Pontresina - St. Moritz - Sils - Passo del Maloja - Casaccia

Es rollt zügig bis Eita, zum Pass Velva muss ich dann ein paar mal schieben, da der Weg zu steil ist und die Steine zu groß sind. Beim Passo di Viola habe ich die neue MTB-Abfahrt verpasst und  muss deshalb ein Stück tragen. Zum Bernina Pass geht es weiter auf Straße, die Abfahrt in Richtung St. Moritz und weiter bis Cassaccio dauert länger als erwartet.

6. Tag:  Cassaccia - Thalkirch (3.702 hm, 93 km)

Casaccia - Septinerpass - Bivio - Marmorera - Sur - Rona - Tinizong - Savognin - Riom - Salouf - Mon - Tiefencatel - Alvasein - Thusis - Flerden - Oberurmein - Safien Platz - Thalkirch

Morgens früh geht es steil über den Septiner Pass. Es ist um 11 Grad kühl. Über Tiefencastel geht es auf den Glaspass. Die Abfahrt geht besser als vermutet, auch wenn ich im unteren Teil einiges Schieben muss. Abends behaupten Wanderer, dass es Morgen ab 1900 Meter schneien soll. Hoffentlich behalten diese nicht Recht.





7. Tag: Thalkirch - Ariolo (2.970 hm, 133 km)

Thalkirch - Turrahus - Tomülpass - Vals - St Martin - Surcasti - Lubrein - Alp Sexner - Alp Naul - Tavansa - Trun - Disentis/Muster - Cavaglia - Lai da Sontga Maria - Cuolm Lacmagn - Val Termine - Passo Del Uomo - Lago Ritom - Piora - Ronco - Orella - Pso Scimfuss - Ariolo

1700 Meter, 2 Grad, Regen! Die Wanderer gestern Abend hatten leider doch recht. Ich nehme den Weg ins Tal und umfahre den Tomülpass. Im Nachhinein war dies die richtige Entscheidung. Selbst den Passo dell' Uomo schaffe ich durch den Schnee nur gerade noch so!



8. Tag: Ariolo - Auserbinn (2.300 hm, 84 km)

Aussenbinn - Cno della Bolla - Gotthardpass - Hospental - Realp - Tiefenbach - Furkapass - Firbäch - Oberwald - Obergesteln - Blitzingen - Steinhaus - Evnen - Ausserbinn

Nach dem Start bläst ein kalter Wind von 4-5 Grad. Obwohl ich den St. Gotthard hoch die Jacke anziehe, werde ich nicht richtig warm. Auf der alten Passstraße ist nichts los. Erst ganz oben überholen mich die ersten zwei Autos von deutschen Touristen. Am Furkapass oben liegt noch Schnee von gestern. Der Abstieg vom Furkapass ist schwer und ich muss lange schieben.

9. Tag:  Ausserbinn - Zermatt (2.460 hm, 86 km)

Ausserbinn - Lengtal/Heiligkreuz - Saflischpass - Fleschbode - Berisal - Ganterwald - Simplonpass - Hospix - Bielti - Bistinepass - Bististafel - Bibidumpass - Staldenried - Stalden - St. Niklaus - Herbriggen - Zermatt

Zunächst geht es auf wunderschönen Wegen über den Saflischpass.  Es dauert jedoch länger als erwartet, deshalb nehme ich eine Abkürzung nach Zermatt.

10. Tag:  Zermatt - St. Pierre (3.070 hm, 104 km)

Zermatt - Bielti - Eurgg - Trockener Steg - Oberer Theodulgletscher - Theodulpass - Capella Bontadini - Breuil-Cervinia - Perriere - Lac de Tsignanax - Lo Detor - Col de St. Pantaleon - St. Denis - Cambave - Aosta - St. Pierre

Beim Losfahren kurz vor 7 Uhr strahlt das Matterhorn in voller Pracht in der Morgensonne. Mache noch ein Foto, dann geht es los zum höchsten Pass, den ich jemals mit dem Rad bezwungen habe. Oben führt mich der Weg ca. 3 km über den Theodulgletscher. Das geht nur, weil durch die Schneeraupen quasi eine Straße in den Gletscher gefräst haben. Im mittleren Teil ist diese nicht so steil und sogar mit dem Rad befahrbar. Auch nachmittags stehen nochmals 500 hm tragen und schieben an, die sich jedoch auf Grund der tollen Aussicht absolut lohnen.

11. Tag:  St. Pierre - Pont Canavese (2.710 hm, 99 km)

St Pierre - Degioz - Alp de Acuille - Col del Nivole - Lago Serru - Chiapili - Rif Muzio - Lago di Ceresole Reale - Noasca - Locana

Zunächst geht es der Straße, dann auf einem alten Militärweg auf den Chandelly in 2780 Meter Höhe. Das letzte Stück ist schwierig, die Abfahrt und die wiederum grandiose Aussicht lohnen jedoch für die Mühe. Die Abfahrt bis nach Locana ist einfach, leider gibt es dort keine Übernachtungsmöglichkeit, so dass ich weiter bis Pont Canavese fahren muss.

12. Tag:   Pont Canavese - Turin (1.750 hm, 87 km)

Pont Canavese - Turin

In der Nacht hat es geregnet. Die uralten Wege sind klitschig, Wasserläufe weichen den Weg auf. Leider komme ich oben auf den Almen nicht weiter. Sie sind alle verlassen und die Wanderwege enden im Nichts. Die letzten Spuren, die mal Wanderwege gewesen sein könnten, sind dicht mit Büschen verwachsen. Ich drehe schweren Herzens um und fahre nach Turin. Auf der Straße unten treffe ich einen einheimischen Rennradfahrer, der direkt am Flughafen wohnt. Wir fahren dann zusammen zum Flughafen in Turin-Caselle. Wie immer wird das Rad mit Pappkarton und Haushaltsfolie verpackt. 19:25 ist der Heimflug nach Frankfurt.

10 Jahre Transalp

382.000 Höhenmeter
das entspricht 43 mal dem Aufstieg von Meereshöhe auf den Mount Everest oder ein mal dem Aufstieg von der Erdoberfläche bis zur internationalen Raumstation ISS.

13.000 km
das entspricht Luftlinie der Entfernung von Frankfurt nach Südamerika.

120 Tage auf Tour

7 Länder
Die Touren führten mich durch Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Lichtenstein, Monaco und Slowenien.

keine größere Fahrradpanne!

2 mal Schnee, der zur Änderung der Tour geführt hat
2010: Der Finetre du Durant ist verschneit
2011: Der Tomülpass ist verschneit

2 Pässe, die nicht überwindbar waren
2009: Passo di Forcola. Oben am Gletscher gibt es keine erkennbaren Wege sondern nur noch steiles Geröll. Umkehr ca. 50 hm vor dem Pass.
2011: Pass ohne Namen. Oben ist kein Weg mehr markiert und alles mit Sträuchern verwachsen. Umkehr ca. 150 hm vor dem Pass.

2 Verletzungen
2008: Abriss des Bizeps beim Heben des Fahrrades über einen Kuhzaun
2011: Schnittwunde am Knie nach Zusammenstoß mit einem Inline-Skater geklammert.

Die Tour als GPX-Track. Download mit rechte Maustaste, link speichern unter (ca. 2 MB).