Transalp 2012 Füssen -> Rovereto

Start war dieses Jahr in Füssen. Es ging Richtung Süden bis nach Borso del Grappa im italienischen Treviso und dann weiter bis nach Rovereto.

In den 7 Tagen habe ich 697 km und 24.000 Höhenmeter zurückgelegt. Ein Großteil davon auf alten Militärstraßen aus dem Ersten Weltkrieg, die meist nach mehr als 100 Jahren noch recht gut erhalten sind.

GPX-Track zum Download auf ein GPS-Gerät: 2012.gpx (rechte Maustaste - speichern unter)

1. Tag: Füssen– Brenner (3.200 hm, 141 km)

Füssen, Ammerwald, Plansee, Griesen, Ehrwald, Ehrwalder Alm, Seefeld, Zirl, Innsbruck, Brenner

Das Wetter ist ideal, nicht zu warm und nicht zu kalt. Vorbei am Schloss Neuschwanstein, das wegen Renovierung derzeit verhüllt ist, geht es weiter über den in der Morgensonne dampfenden Plansee nach Seefeld in Tirol. Die Wege sind meist einfach und es geht zügig voran. Kurz vor 17 Uhr habe ich den Brenner erreicht. Obwohl es hier an Wochenenden von Touristen wimmelt, gibt es nur ein kleines Hotel, das ich dann auch nutze.

2. Tag: Brenner - St. Vigil (4.130 hm, 97 km)

Brenner, Flatschjoch, Fussendraß, Pfunderer Joch, Brixen, Kronplatz, St. Vigil

Das ist die Königsetappe auf der diesjährigen Tour. Ich stehe früh auf und bin schon  um 6:45 auf dem alten Militärweg zum Flatschjochf dem alten Militärweg zum . Es ist eine tolle Alternative zum Schlüsseljoch und fast komplett fahrbar. Bin ganz alleine, erst beim Abstieg Richtung Fussendraß treffe ich zwei Wanderer. Nach einem zweiten Frühstück nehme ich das Pfunderer Joch in Angriff. Gleich unten treffe ich ein paar andere Alpenüberquerer, die steigen aber schon die ersten Meter ab. Ich komme gut hoch, der Abstieg bis zur Weidenbergalm ist aber schwer und dauert. Ich komme trotzdem noch über den Kronplatz. Dort stellt die Seilbahn um 17 Uhr den Betrieb ein und ich kann den Ausblick ganz alleine genießen. Gegen 18:00 Uhr bin ich in St. Vigil.

3. Tag: St. Vigil- Falcade (3.820 hm, 97 km)

St. Vigil, Fanes, Limo Loch, Cortina d'Ampezzo, 5 Torri, Pescul, Alleghe, Falcade

An der Perdú-Hütte stehen die Räder einer ganzen MTB-Gruppe vor der Tür, die sind aber wohl noch beim Frühstück. An der Fanes-Hütte kommen mir dann die ersten Wanderer entgegen, die wohl oben übernachtet haben. Nach Cortina d'Ampezzo kommt der Aufstieg zu den cinque Torri, den fünf Türmen. Auf dem Weg nach oben treffe ich einen einheimischen Mountain-Biker. Er erzählt mir, dass vor ein paar Jahren einer der fünf Felstürmen unter großem Getose eingestürzt ist (siehe Foto). Die Abfahrt nach Alleghe verläuft über die Downhill-Strecke, die aber noch einigermaßen zu fahren ist. Es wird spät, bis ich nach Falcade komme..

4. Tag: Falcade - Ponte di Polo (3.990 hm, 105 km)

Falcade, Passo Valles, Val Vegagia, Baita Segantini, San Matrino, Mezzano, Val Verderne, Fonzesso, Ponte di Polo

Gleich zum Start habe ich eine Reifenpanne. Muss die Milch aus dem Reifen reiben und einen Schlauch einsetzen. Die Auffahrt zum Passo Valles ist wenig spektakulär auf einer Straße. Im Val Vegagia ist das Panorama dann umso prächtiger. Von der Baita Segantini zum Passo Rolle runter kommen mir viele Touristen entgegen. Nach Mezzano geht es auf einer schönen Nebenstraße durch eine enge Schlucht und dann weiter auf Schotter bis zum Rifugio Vederne. Ich übernachte in Ponte di.

5. Tag:  Ponte di Polo - Gringno (2.610 hm, 91 km)

Ponte di Polo, Albergo Forcelletto, Monte Grappa, Borso del Grappa, Gingo

Leider fängt es gegen 10 Uhr an zu regnen. Hoch zum Monte Grappe strömt es wie aus Kübeln und es wird bitter kalt. Dafür bin ich oben am monumentalen Denkmal alleine, außer einem norwegischen Auto ist auf dem großen Parkplatz nichts zu sehen. Es regnet immer wieder, bis ich dann gegen 17 Uhr in Gringno bin.

6. Tag:  Gringno - Carbonare (3.230 hm, 77 km)

Gringno, Rifugio Barricata, Tre Fontane, Bivio Italia, Forte Verle, Carbonare

Auf einer mittlerweile asphaltierten Straße geht es zum Rifugio Barricata, dann wie schon üblich weiter auf altem Militärwegen. Überall hier oben haben im ersten Weltkrieg die Österreicher mit den Ungarn bitter gegen die Italiener gekämpft. In dem unwirklichen Gelände wurden ganze Dörfer zur Versorgung der Truppen eingerichtet.

Es regnet wie gestern, mal mehr mal weniger stark. Außer mir ist niemand unterwegs.

7. Tag:  Carbonare - Rovereto (3.200 hm, 88 km)

Carbonare, Forte Cherle, Scale Imperatore, Monte Maggio, Beber, Passo Borcola, Colle Xomo, Bocchetta Campiglia, Rovereto

Vorbei an den Überresten des Forte Cherle und der alten Treppe "Scala Imperatore" geht es zum Monte Maggio. Auch hier oben wurde überall gekämpft und Stellungen gebaut. Die Abfahrt ist toll, aber schwer. Teilweise muss ich tragen, insbesondere weil noch alles nass und glitschig ist. Am  Bocchetta Campiglia komme ich dann nicht mehr weiter, die alte Militärstraße zum Dente Italiano ist wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Ich nehme deshalb die Straße bis Rovereto.